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Balkongeländer montieren

Bei der Planung eines Balkongeländers spielt die Frage der Montage eine nicht zu vernachlässigende Rolle. Balkongeländer werden statisch beansprucht. Personen lehnen sich gegen das Geländer, der Wind zerrt am Bauteil und auch das Gewicht von Blumenkästen, gefüllt mit feuchter Erde, muss das Geländer aushalten.

Der Bauherr kann auf mehrere Vorschriften zurückgreifen, die bei der Planung eines sicheren und vorschriftsgemäßen Balkongeländers behilflich sind:

  • DIN 1055 (Annahme der Lasten aus Wind- Verkehrslast und Eigengewicht)
  • ETB-Richtline (Absturzsicherungsrichtlinie)
  • DIN 18800 (Stahlbauten): Hier finden sich Vorschriften für Bemessung und Konstruktion des Geländers
  • DIN 1045 (Tragwerke aus Beton, Stahlbeton und Spannbeton): Vorschriften für die Betonplatte des Balkons
  • Zulassungsrichtlinien für die Befestigung

Wichtiger Hinweis: Derzeit werden die DIN-Normen von Eurocode-Normen abgelöst. Diese sind ab Juli 2012 verbindlich gültig.

Geländer selbst montieren sollten nur fachlich versierte Hausbesitzer. Wer sich bezüglich der statischen Notwendigkeiten unsicher ist, sollte das Geländer auf jeden Fall von einer fachmännischen Montagefirma anbringen lassen.

Welche Befestigungsmöglichkeiten gibt es?

Für die Montage eines Geländers stehen drei unterschiedliche Befestigungsmöglichkeiten zur Verfügung:
Das Aufschrauben des Geländers von oben auf die Balkonplatte ist die einfachste und günstigste Befestigungsmöglichkeit. Nachteilig ist hierbei, dass sich die Nutzfläche des Balkons verringet (die Stahlpfosten müssen einen Mindestabstand zum Rand haben). Außerdem müssen die Bohrlöcher vor einem Eindringen von Wasser geschützt werden.
Eine beliebte Montageart ist die Befestigung an der Stirnseite des Balkons. Aus statischer Sicht ist diese Befestigung die unsicherste Variante. Wird diese Form gewählt, so darf der Abstand zwischen den Geländerpfosten nicht zu groß sein.
Die sicherste Befestigungsvariante ist die Montage von unten. Hierbei wird das Geländer von unten an die Balkonplatte aufgeschraubt. Diese Form der Befestigung ist allerdings auch die teuerste Variante.

Welche Lasten wirken auf eine Balkongeländerbefestigung?

Die Befestigung eines Balkongeländers muss einer Vielzahl von Belastungen standhalten.
Zunächst natürlich das Eigengewicht des Geländers. Dieses kann sich durch die Last von angebrachten Blumenkästen zusätzlich erhöhen. Lehnt sich eine Person gegen das Geländer, so spricht man von der sogenannten Holmlast. Hierbei ist zu beachten, dass sich die Holmlast zu bestimmten Anlässen um ein vielfaches erhöhen kann, beispielsweise wenn sich bei einer Feier eine Vielzahl von Personen gegen das Geländer lehnt. Neben der Holmlast ist die sogenannte Auflehnlast zu beachten, wenn sich Personen von oben auf das Balkongeländer lehnen. Zuletzt spielt die Windlast eine Rolle, die von allen Seiten auf das Geländer einwirkt. Je nach Höhe des Balkons und je nach Lage kann die Windlast sehr unterschiedlich ausfallen.

Eine weitere Möglichkeit, die Belastungen zu kategorisieren, ist die Einteilung in Horizontallast und Vertikallast.